Wir sind wieder western!

Juhuu!

Endlich hab ich durch Zufall - oder Glück - wieder nen Westernsattel gefunden, den zu zahlen ich fähig bin - ein Geburtstagsgutschein von Kommilitonen für ein Reitsportgeschäft, das viele Gebrauchtsättel hat, hat's möglich gemacht. Drei Sättel hab ich mitgenommen zum Anprobieren, und einer passt, den hab ich gleich behalten. Da der Laden recht weit weg ist, bringt die anderen Sättel eine Kommilitonin für mich zurück, die sowieso dort vorbeifährt. Der Laden ist toll, mit sehr nettem Personal bzw. netter Geschäftsführung, ein Familienbetrieb und doch recht groß. Und, wie gesagt, große Auswahl an Gebrauchtsätteln, hauptsächlich Englisch, aber auch einige Western. Ich kann mein Glück noch kaum fassen, wieder im Westernsattel sitzen zu dürfen. Ein bisschen muss ich mit einem Pad schummeln, damit er wirklich gut passt, ich muss ein Pad kaufen, das vorne aufgepolstert ist, weil die Kammer vorne zu eng ist und der Sattel ein bisschen angehoben werden muss. Aber solche Pads gibt es für nicht allzu viel Geld, vielleicht fahr ich Ende des Monats auf die euro cheval, um danach zu schauen, denn ich will so was nicht ungesehen im Internet bestellen. Aber damit eilt es ja nicht, jetzt hab ich so lang auf den Sattel gewartet, dass es auf ein paar Wochen nicht mehr ankommt.

Außerdem haben wir neulich Verladen geübt - Sam stand nach nur wenigen Minuten im Hänger, und das ohne Gewalt, Geziehe oder Geschiebe. Soviel zum Thema, er lässt sich nicht verladen, und man muss gleich harte Methoden anwenden. Ich musste ihm nur bisschen zeigen wo er hin soll und jeden Schritt loben, während hinten R. ein bisschen mit der Peitsche wedelte.  Seine Neugier macht ihn ja zu einem perfekten Pferd für solche Späße. Bei der Bodenarbeit gestern ist er auch auf ein Podest gestanden, ohne mit der Wimper zu zucken.

Man kann sich das Leben auch schwer machen, oder man kann ein kleines bisschen geduldig und verständnisvoll mit seinem Pferd umgehen!

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Leberwerte ok!

Die dritte Blutuntersuchnug ergab jetzt endlich, dass die Leber sich erholt hat. Die Werte sind zwar noch nicht ganz ideal, aber die Abweichung ist minimal, und ich muss kein teueres Leberfutter mehr füttern und erst im Herbst oder so wieder Blut kontrollieren.

Auch sonst ist alles im grünen Bereich, Sam läuft nahezu einwandfrei in den letzten Wochen, die zusätzliche Bewegung durch die Reitbeteiligung scheint ihm gut zu tun. Die Hufe haben sich auch erholt, brechen kaum noch aus. Strahlfäule taucht immer wieder sporadisch auf, ich behandle minimal. 

Es ist für mich noch komisch, nicht mehr jeden Tag im Stall zu sein und die Kollegen zu sehen, irgendwas fehlt dadurch und ich finde, ich bekomme nicht mehr alles nötige mit. Aber es macht ja keinen Sinn, hinzugehen, wenn meine Reitbeteiligung sich um ihn kümmert, denn ich habe dann nicht viel zu tun. Aber auf der anderen Seite bleiben für mich immer noch genug Tage übrig, an denen ich mich austauschen und entspannen kann bei einem Kaffee mit den Kollegen oder einem Sit-In auf dem Hofboden mit einem der Hunde im Schoß. Und es ist ja auch eine Entlastung für mich. und ich bin nicht eifersüchtig auf die Reitbeteiligung, weil sie mir sympathisch ist und ich ihr vertrauen kann und weiß, dass sie nichts mit Sam anstellt, was ich nicht wollen würde. Und ich habe immer noch das Privileg, dass MIR das Pferd gehört und ich entscheiden kann, wann ich was mit ihm tun will

Sam ist noch ein paar mal an verschiedenen Stellen innerhalb des Hofes ausgebrochen, seit einer Weile ist aber Ruhe, nachdem der Stallbesitzer hartnäckig den Zaun mit zusätzlichen Litzen und Strombelegung verstärkt und dadurch haflingersicher gemacht hat

 

 

 

 

 

Reitbeteiligung

Wir haben eine Reitbeteiligung. Am Pfingstwochenende waren wir zweimal zusammen ausreiten und sie kommt super mit Sam klar. Auch ihre Ansprüche an eine Reitbeteiligung decken sich mit meinen. Außerdem ist sie echt nett und bisher total zuverlässig. Von Sam ist sie hellauf begeistert. Sie kommt jetzt 2-3x die Woche, nach Absprache. Wenn ich am Wochenende mal weg bin, ist sie zusätzlich einsetzbar.

Sam mischt den Stall auf, indem er seine Ausbrechkünste beweist. Am letzten Wochenende ist er ständig von der abgesteckten Koppel ausgebüchst auf das noch nicht freigegebene Stück, wo das Gras natürlich höher steht. Nachdem der Stallbesitzer die untere Litze weiter nach unten verlegt hat, hat das aber aufgehört. Sams Taktik ist nämlich, die Litze hochzuheben und dann drunter durch zu laufen. Das tut er ohne jegliche Hemmungen auch in meiner Anwesenheit. Die anderen Pferde gehen zum Glück nicht hinterher, sondern schauen nur doof und sind stinkig auf Sam. Wieso muss grade ich den Ausbrecher besitzen? Der Stallbesitzer nimmts zum Glück mit Gelassenheit, dass er wegen mir ständig den Zaun nachbessern und die Stromversorgung verstärken muss. Er hat ja selbst einen Hafilinger gehabt. "Das sind halt echte Lausbuben" hat er nur gemeint. Ich hoff nur, dass Sam nicht irgendwann nach außen ausbricht und auf die Autobahn läuft... Aber der Zaun nach außen ist sicherer und stabiler und drei-litzig.

Bis zum Regenguss haben wir vorhin ein bisschen Circling weiter geübt. Bin begeistert, mittlerweile geht Sam ohne Diskussionen nach außen und läuft auf dem Zirkel. Nur das Bremsen müssen wir noch bisschen üben ;-)

 Heute war die Tierärztin noch mal da und hat Blut abgenommen wegen den Leber-Werten. Auch die Zähne hat sie noch mal angeschaut, sie meinte, erst in nem halben Jahr müssen sie wieder gemacht werden. Sie sagt, er wird zu fett. Er hätte jetzt das zu viel drauf, was er anfangs zu wenig hatte. Aber meine Stall-Leute sind super, haben mich anschließend aufgebaut. Dass das halt n Pony ist, und bissel Bauch nicht so tragisch. Ich kann ja eh nichts machen dagegen. Ich fütter nicht zu und bewege ihn viel. "Soviel wie du macht hier fast keiner" und "Der sieht gut aus, fertig. Scheiß drauf, echt." meinte N. unter anderem. Manchmal könnte ich denen um den Hals fallen für ihren Beistand :-)

 

Fotos

Mitte Januar 2010

Vorher - Nachher.... Das ist das selbe Pferd!!


 Anfang Mai 2010

 

 

Sam mit seinem Kumpel Filou

 

 

 

Wir können longieren!

Nachdem meine "Pferdesitterin" an einem Wochenende, an dem ich nicht da war, sich durch Sammys Sturheit kämpfte und ihn schließlich auf der linken Hand longieren konnte, und nachdem die letzten Tage das Wetter selten zum Ausreiten einlud, versuchte ich mein Glück nochmal und nach einigen Diskussionen lässt Sam sich jetzt auf beiden Händen longieren (bzw. Circling Game nach Parelli, denn ich dreh mich nicht mit, sondern lass ihn um mich rum laufen). Zwar muss man anfangs immer noch kurz klarmachen, dass man nicht nachgibt, aber irgendwann klickt es dann in seinem Kopf und er läuft ohne Zögern im Schritt, Trab und Galopp um einen rum. Das Bremsen und Anhalten und in die Mitte kommen müssen wir noch üben, aber das Prinzip funktioniert. Ich muss natürlich auch an meiner Körpersprache noch arbeiten.  Es ist eine herrliche Methode, ihn zu bewegen, weil man sich selbst dabei kaum bewegen muss und ihm macht es auch Spaß, er schnaubt ab und lief mir heute sogar hinterher, nachdem ich ihm das Halfter ausgezogen hatte und den Reitplatz verließ. Ein wichtiger Punkt ist, mit einem Erfolgserlebnis aufzuhören, und nicht mit einem gescheiterten Versuch, also in unserem Fall heute, nachdem er auch auf der rechten Hand an der Longe lief. Nach ausgiebigem Streicheln wurde er befreit und als Ergebnis davon folgte er mir wie ein Hund!

Ruhe kehrt ein

Seit der Husten ausgeheilt ist, gehts Sam gut. Er läuft mal besser, mal schlechter, wie es für Arthrose typisch ist. Meistens laufe ich die ersten paar hundert Meter nebenher und schaue, wie die Tagesform ist, bevor ich aufsteige. Wenn er sauber geht, wird auch getrabt und, wenn er will, galoppiert, ansonsten reiten wir nur gemütlich. Ich lerne langsam seine Signale kennen, und werde sicherer im Umgang mit der Lahmheit. Als es wieder kälter wurde, war es schlimmer, Wetterumschwünge, besonders zu nass-kalt hin, sind immer Gift für Arthrose. Bewegt wird er täglich, und wenn wir nur spazieren gehen, weil ich das Gefühl habe, wenn er steht, wird es schlechter. Ich suche auch mittlerweile eine Reitbeteiligung, damit ich zeitlich und finanziell entlastet werde. Habe Zettel in der Uni ausgehängt, mal sehen ob sich jemand meldet.

Seine Hufe brechen leider grade ziemlich aus am Tragrand, aber das kann durch die Umstellung kommen, die er seine Fußstellung grade durchmacht durch die neue Hufbearbeitung.  Hoffe mal das gibt sich wieder.

Am Montag hat er auch endlich die Influenza-Wiederholungsimpfung bekommen und ist jetzt neu grundimmunisiert. 

Nur ein paar einzelne dunkelrote Barthaare erinnern noch an das Winterfell, sonst sieht er mittlerweile richtig sportlich aus. In den letzten Tagen haben viele, die zufällig vorbei gelaufen sind, unabhängig voneinander gesagt, dass er jetzt richtig gut aussieht, und das liegt nicht nur am Fell, sondern seine ganze Figur passt mittlerweile zusammen. Man sieht Muskeln, Rundungen, nichts ist mehr eingefallen. Bin richtig stolz auf ihn, auch wenn Tierärztin und Huforthopädin sich am Montag verschworen haben und meinten, er hätte schon zu viel auf den Rippen. Er wird mittlerweile nicht mehr zugefüttert. Aber ich bewege ihn halt auch nicht mehr so intensiv wie vorher, wegen dem Spat. Mache mir ein bisschen Gedanken, wie er zulegen wird, wenn die Koppel erst mal offen ist, aber das werd ich dann sehen. Ansonsten genieße ich es grade einfach, dass mal ausnahmsweise keine neue Katastrophe anzurollen scheint sondern er die letzten Wochen konstat fit war.  Und oft sitzen wir alle im Stall einfach nur in der Sonne und trinken Kaffee, oder wir grillen abends.  Mein Feierabend spielt sich im Stall ab, und das ist gut so!

 

Wiegen und Wurmkur

Heute war großer Entwurmungstag im Stall. Wer wollte, konnte vorher sein Pferd wiegen lassen, um das genaue Gewicht zu bestimmen, denn einer aus der Stallgemeinschaft besitzt eine Pferdewaage. Für 10€ durfte jedes Pferd mal auf die Waage, was ich fair finde, da sich die Investition ja auch lohnen muss. Das ist eine große Platte, die auf dem Boden liegt und mit einer Anzeigetafel verbunden ist.
Sam ging artig auf das Podest, ihm gefiel es da sogar, gelobt sei seine Neugier! Der dicke bringt 482kg auf die Waage.

 

 

Anschließend hat er die Wurmkur bekommen. Wir haben diesmal mit Equest entwurmt. 

Vorgestern beim Spazierengehen ist Sam ausgebüchst... Der Panikhaken vom Strick hat sich vom Halfter gelöst, als ich ihn grasen lassen hab. Daraufhin ist er fröhlich weggaloppiert, und ich sah ihn schon auf der Hauptstraße liegen, in deren Richtung ist er nämlich gelaufen. Nach einem kurzen Sprint ist er jedoch zum Glück bei einem besonders hohen Grasbüschel stehen geblieben und ich konnte ihn wieder einfangen. Daraus hab ich folgendes gelernt:

1. Nie mehr Panikhaken und Knotenhalfter kombinieren

2. Pferdehaftpflicht abschließen!! 

So schnell ist was passiert. Er hätte nur über die Straße laufen und ein paar Autos ausbremsen müssen. Ich hab noch am selben Abend lange im Internet recherchiert und schließlich bei der  janitos einen Tarif gefunden, der sich "IAK Spezial nur für Ponys" nennt. Der deckt für Pferde bis 148cm Stockmaß sämtliche Risiken ab (Fremdreiter bzw. Tierhüter, Reitbeteiligung, Reiten ohne Sattel und mit gebissloser Zäumung usw. ), und zwar Summen bis 15.000.000€ Schaden, ohne Selbstbeteiligung. Kostet nur 65€ im Jahr. Das war das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das ich gefunden habe. Hab den Antrag online ausgefüllt, warte jetzt noch auf die Unterlagen per Post.