Sam, laut Papieren "Samson", ist ein Haflingerwallach vom alten Schlag, ohne Arabereinfluss. Er ist im April 1991 geboren.

Von Januar 2000- April 2007 war er in meinem Besitz, dann war er von April 2007 - Januar 2010 in Fremdbesitz.

Als ich ihn bekommen habe, war ich grade mal 13 Jahre alt. Ich hatte schon ca. 4 Jahre Reiterfahrung und mehrere Jahre ein Pflegepferd gehabt. Und mein Vater war der Meinung, dass es jetzt Zeit für ein eigenes Pferd sei ;-)

Also suchten wir, und Sam fanden wir schließlich beim Reiterhof Ludäscher in Lörrach. Er wurde mir vorgeritten und dann durfte ich selber aufsitzen. Auch im Straßenverkehr hab ich ihn kurz getestet.  Und dann wurde ich genötigt mich zu entscheiden, und ich fühlte mich mit der Entscheidung überhaupt nicht wohl, denn schließlich kannte ich Sam nur ein paar Minuten lang!

Ein Tage später wurde er gebracht, und ich weiß noch genau wie ich ihn aus dem riesigen Hänger holte, und wie nervös er war. 

Und ich hatte wirklich Glück, er hat sich als super Kauf herausgestellt, das hätte auch schief gehen können, so blauäugig wie ich und mein Vater an den Pferdekauf herangegangen sind! Am Anfang fiel ich zweimal runter, dann klappte alles zwischen uns. Er entwickelte sich zu einem zwar dickköpfigen, aber zuverlässigen Begleiter im Gelände.



Reitplätze mochte er genauso wenig wie ich, und so beschränkte sich unser Zusammenleben auf schöne Ausritte, denn damals war ich noch nicht sehr anspruchsvoll! 

Sams Unterkunft war eine "Paddockbox", wie man das heute nennt, die recht groß war und in das ehemalige Fahrsilo als Auslauf mündete.  Ab dem zweiten Jahr bei uns teilte er sie sich mit Flocky, der kleinen, zickigen Shetty-Stute, die seither seine treue Begleiterin wurde. Meist nahm ich sie als Handpferd mit zu unseren Ausritten, oder ich ritt sie selbst, wenn eine meiner Reitbeteiligungen oder meiner Freunde auf Sam ritt. Sie war ein echtes Charakterpferd, Männer mochte sie gar nicht, der Tierarzt kam mit dem Blasrohr zum Impfen, kurz, ich mochte ihre Eigenheiten gut leiden ;-)

 

 

Natürlich hatten die beiden auch Koppeln zur Verfügung, und zwar sehr großzügige, die sich um unseren ganzen Hof herum am Hang erstreckten!

Viele Jahre lang war ich glücklich mit den beiden, sie versüßten mir auch meine Schulzeit, denn schon damals verbrachte ich meine Zeit lieber im Stall als hinter Büchern!  Zu Anfang versorgte meine Oma die beiden Pferde, später, als sie nicht mehr konnte, musste ich es selbst tun.

Gegen Ende meiner Schulzeit begann ich mich fürs Westernreiten zu interessieren und sparte lange auf einen Westernsattel, den ich schließlich auch kaufte! Ich begann auch mehr oder weniger halbherzig, ein wenig in dieser Reitweise zu trainieren, und ich hatte das Gefühl, dass wir uns beide sehr wohl fühlten damit!

Doch dann, nach dem Abi, begann ich meine Ausbildung und musste plötzlich den ganzen Tag arbeiten. Dazu kam noch mein Freund, mit dem ich immer mehr Zeit verbrachte, und der sich nicht für Pferde interessierte. So kam es, dass mir die Pferde zuviel wurden. Sie standen sehr oft im Stall, ich ging nur noch wenig reiten, und schließlich beschloss ich, dass es besser für beide Seiten sei, sich voneinander zu trennen. Heute ist das vielleicht nicht mehr nachvollziehbar, ich hab es auch einige Male bereut, aber damals war es für mich nur konsequent und vernünftig. Ich wurde dadurch unabhängiger, kurz darauf zog ich zu meinem Freund und löste mich völlig vom Elternhaus ab. 

Zuerst ging Sam, an die Familie, von der ich ihn jetzt wieder habe. Die schienen mir nett zu sein, ich hab sie zweimal getroffen, hab mir den Stall angeschaut, bevor ich ihn hergegeben hab, und bin mitgefahren, als er abgeholt wurde, und alles wies darauf hin, dass es ihm gutgehen würde. Leider hab ich es versäumt, ihn in den drei Jahren mal besuchen zu gehen, weil ich es nicht übers Herz gebracht hab.

Flocky wurde kurz darauf verkauft, an ein junges Mädchen, die auch einen Hafi hatte und ein Beistellpferd gesucht hat. Sie kam mit Flockys Zicken gut klar und ich bin auch da mitgefahren zum neuen Zuhause und bin überzeugt gewesen, dass es gute Menschen sind. Leider habe ich zu Flockys Besitzerin völlig den Kontakt verloren.